Reflexionen - Überlegungen zum Prozess
von Axel Plöger, 2026
Meine Arbeit entsteht aus dem unmittelbaren Umgang mit Farbe und Bewegung. Ich beginne ohne festgelegtes Bildziel und lasse das entstehen, was sich im Prozess zeigt. Malerei ist für mich kein Abbilden, sondern ein Ereignis – ein Zusammenspiel von Körper, Zeit und Material. Ich arbeite in Schichten. Jede Phase bleibt sichtbar und wird nicht korrigiert. Linien, Übermalungen und Spuren sind Zeugnisse von Entscheidungen und Bewegungen, die im Moment getroffen werden. Das Bild wächst über Zeit, oft in zeitlich getrennten Arbeitsphasen, in denen ich auf das bereits Vorhandene reagiere.
Figuration interessiert mich nicht als Darstellung, sondern als Möglichkeit, Bewegung und Präsenz anzudeuten. Formen bleiben offen, fragmentarisch, tastend. Sie verweisen auf Körper, ohne sie festzulegen. Bewegung wird nicht gezeigt, sondern eingeschrieben. Farbe ist in meiner Arbeit Träger von Energie und Widerstand zugleich. Sie strukturiert den Bildraum, erzeugt Spannung und Rhythmus. Der Bildraum ist kein illusionistischer Raum, sondern ein Feld, in dem sich Schichtung, Verdichtung und Auflösung begegnen. Meine Malerei versteht sich als offener Prozess. Sie fordert Wahrnehmung, Zeit und körperliche Resonanz. Was im Bild erscheint, ist weniger ein Motiv als eine Spur dessen, was zwischen mir und der Leinwand stattgefunden hat.

